50 Jahre Kleintierzuchtverein St. Florian/Inn

 

Als sich am 7. Jänner 1962 im ehemaligen Gasthaus Moritz in St. Florian einige Freunde der Kleintierzucht trafen um einen Kleintierzüchterverein zu gründen, haben sich wohl die wenigsten mit dem Gedanken getragen einen der erfolgreichsten Vereine St. Florians zu erschaffen. Bei dieser Gründungsversammlung wurde Alois Aschböck aus Teufenbach zum Obmann gewählt. In seiner Amtszeit wurde der Grundstein für unseren Verein gelegt. So wurde 1964 die Vereinsstandarte eingeweiht und am 18. August 1968 die Ausstellungshalle in Gopperding mit einem sehenswerten Fest eröffnet.

 

Von 1970 bis 1992 führte Walter Gruber, Pramerdorf den Verein. In diesen Jahren wurden in Gopperding regelmässig Vereins- und Gruppenschauen mit teilweise über 500 ausgestellten Tieren abgehalten. Der Verein erblühte und machte sich im In- und Ausland einen vorzüglichen Namen. 1992 legte der jetzige Ehrenobmann Walter Gruber sein Amt in die Hände von Karl Pöhn, Aigerding der sein Amt 1995 Johann Krottenthaler aus Teufenbach übertrug der es bis 2001 innehatte. Am 17. März 2001 wurde Thomas Walch aus Wernstein Vorsitzender des E22 und es wurden wie man es auch schon von den Amtszeiten seiner Vorgänger gewohnt war unzählige Bundes- und Landesmeistertitel nach St.Florian/ Inn getragen.

 

Leider musste im Frühjahr 2003 die in die Jahre gekommene Ausstellungshalle in Gopperding geschliffen werden. Nachdem abtragen der Halle fanden unsere alljährlichen Vereinsausstellungen im Gemeindebauhof statt.

 

Seit dem Frühjahr 2006 haben wir nun mit Franz Luger aus Rainding einen „neuen“ Vorsitzenden. Bereits bei seiner Wahl wurden seine Ziele für die Zukunft des Vereins von den Mitgliedern wohlwollend aufgenommen. Besonders wurde unter seiner Führung die Errichtung einer neuen Ausstellungshalle vorangetrieben. Im April 2008 wurde mit der Errichtung einer neuen Ausstellungshalle begonnen. Ein besonderes Dankeschön muss von Seiten des Vereines an die Gemeinde St. Florian/ Inn und an alle die Mitgeholfen haben dieses Projekt abzuschliessen.

 

Im Sommer 2011, ja man glaubt es kaum, durfte sich die Halle bereits wieder erweitern. Der Zugang an Mitgliedern machte eine Erweiterung unbedingt nötig, sodass jetzt 350 m² Ausstellungsfläche zur Verfügung stehen.

 

Seit vielen Jahren werden vom Rassekleintierzuchtverein St. Florian/Inn Kontakte zu nationalen und internationalen Zuchtvereinen gepflegt, erwähnt seien die freundschaftlichen Kontakte zum Kaninchenzuchtverein B681 Passau, dem GZV Buchhofen, dem Kleintierzuchtverein W1 Schwechat- Neukettenhof und besonders unseren Zuchtfreunden des Kleintierzuchtvereins Zahori in Tschechien.

 

Neben unzähligen Landes- und Bundesmeistertiteln so setzten sich Züchter des E22 auch auf europäischer Ebene durch. 1978 konnte Walter Gruber, Pramerdorf in der Sparte Kaninchen den Titel Europameister erringen. Im Jahr 2000 wurden Walter Köstler, Teufenbach in der Sparte Vögel sowie Manfred Biereder, St. Marienkirchen in der Sparte Tauben für Ihre Zuchtarbeit mit dem Europameistertitel belohnt. 2009 bei der Europaschau in Nitra (Slowakei) wurde Alois Nigl sen., Brunnenthal Europameister mit seinen Farbkanarien.

 

Bei der Generalversammlung 2008 wurden vier Gründungsmitglieder Richard Neulinger, Franz Kickinger, Otto Schmid und Karl Eder zu Ehrenmitgliedern ernannt, sie halten seit den ersten Stunden dem E22 die Treue. Zur Jahreshauptversammlung 2011 wurde Elfriede Neulinger, für die jahrzehntelange Unterstützung des KTZV St. Florian/Inn Ehrenmitglied.

 

Der KTZV E22 bedankt sich bei allen die in den letzten 50 Jahren zur positiven Entwicklung des Vereins beigetragen haben. Wir würden uns wünschen Sie bei den nächsten Ausstellungen begrüssen zu können und hoffen auf weitere erfolgreiche 50 Jahre für den Kleintierzuchtverein und seine Heimat die Marktgemeinde St. Florian/Inn.

 

5. Internationale Meißner Widder Schau in St. Florian/Inn - Meißner Widder schnuppern österreichische Luft.

 

Vom 03. bis 07. Oktober 2012 lud des Organisationsteam des Kleintierzuchtvereins E22 St. Florian/ Inn die Mitglieder der IG Meißner Widder zur 5. Internationalen Meiner Widder Schau ein.

 

In einem Vorort der Barockstadt Schärding nahe der Grenze zu Passau stand für die Schau das frisch ausgebaute Vereinsheim nebst Schauhalle zur Verfügung. Im Vorfeld waren für die deutschen Züchter zunächst ein paar Hürden bezüglich der geforderten Veterinäratteste zu nehmen. In einigen Landkreisen ging hier leider der Amtsschimmel durch und schreckte den einen oder anderen Züchter von einer Meldung seiner Tiere ab. Je nach zuständigem Veterinäramt war der benötigte Stempel mal nur ein Schreibtischjob und mal an eine komplette Bestandsbesichtigung gekoppelt, ebenso unterschiedlich dann auch die Kosten dafür.

 

So lag das Meldeergebnis von 135 Meiner Widdern dann deutlich unter den Zahlen der letzten IG-Schauen. Erfreulich jedoch, dass alle Farbenschläge ausgestellt wurden. Bei der Einlieferung der Tiere am Mittwoch, den 03.10.2012 wurden die Züchter tatkräftig unterstützt. Bei jedem Tier wurde zunächst die Identität geprüft und anschließend das Vereins-Täto mit der Käfignummer überschrieben, erst anschließend das Tier in den Käfig gesetzt. So sollte gewährleistet werden, dass keine Rückschlüsse auf den Züchter des Tieres während der Bewertung möglich sind. Bewertet wurden die Tiere nach dem Europastandard, so dass Kollektionen zu melden waren. 23 Kollektionen Alttiere , sowie 7 Jungtierkollektionen und 8 Einzeltiere waren von den beiden Preisrichtern am Donnerstag zu bewerten. Als Preisrichter verpflichtet wurden: Rainer Retschitzegger (Bundesspartenleiter und Mitglied der Europäischen Standardkommission) und Wolfgang Steglegger (Ehrenmitglied des RÖK, Bundeszuchtwart und Präsidiumsmitglied der österr. Preisrichtervereinigung).

 

Während die Preisrichter am Donnerstag ihres Amtes walteten , genossen die anwesenden Züchter das tolle Wetter und besuchten die zahlreichen Sehenswürdigkeiten rund um St. Florian/ Inn.So konnte der Baumkronenweg in Kopfing besucht werden. Für Freitag Abend hatte der Organisator Franz Luger eine Nachwächterführung durch die Barockstadt Schärding im Angebot. Auf eigene Faust waren Passau , Engelhartszell oder die Donauschlinge bei Schlögen nur einige der Möglichkeiten, die hier zu erkunden waren. So wurde die Spannung auf die Ergebnisse etwas gemildert, doch gegen Nachmittag trafen die ersten Züchter schon voller Erwartung an der Schauhalle ein, um einen Blick auf die Bewertungskarten zu erhaschen. Auch am Ruhetag, dem Freitag, war man am Vereinsheim immer willkommen und wurde schon bestens mit Torten und Getränken versorgt. Auch während der Schau ließen die Damen des E22 in Sachen Verpflegung es an nichts mangeln.

 

Samstag erfolgte dann die offizielle Eröffnung der Schau , zu der zahlreiche Ehrengäste geladen waren. Bereits mit Kassenöffnung kamen viele österreichische Besucher zur Schau. Besonders hervorzuheben war hierbei, das Züchter aus ganz Österreich die Schau besuchten. Neben den Meißner Widdern waren in der angeschlossenen Sonderschau österreichischer und seltener Haustierrassen zu bestaunen. So konnte man von der Lippegans, über die Cröllwitzer Pute , Zwerg-Sulmtalern und Altsteirer-Hühnern auch noch diverse österreichische Taubenrassen, wie zum Beispiel Altwiener Hochflugtauben oder Wiener Gansl bewundern. Insgesamt standen hier 172 Tauben aller 14 österreichischen Taubenrassen in verschiedenen Farbenschlägen und 83 Geflügel in 17 vom Aussterben bedrohten Rassen zur Schau.

 

Am Samstag Nachmittag fanden sich alle IG Mitglieder und Interessierten zur Tierbesprechung zusammen. Hier wurden zunächst die Bewertungen der einzelnen Farbenschlägen analysiert. Nach wie vor liegen die schwarzen Meissner in Qualität vorne, weil hier einfach die meisten Zuchten vorhanden sind.

Auch in St. Florian hatten die Schwarzen die Nase vorn und stellten mit 13 Alttier-, 5 Jungtierkollektionen, sowie 8 Einzeltieren das größte Kontingent. 10 Züchter stellten hier ihre Tiere aus.

Hier war die Qualität der Kollektionen recht gleichmäßig, kein einziges nb war zu finden und die niedrigste Bewertung lag bei 94 Punkten.

Die Gleichmäßigkeit der Silberung muss teilweise noch etwas genauer beachtet werden, bei einigen ansonsten sehr schön gesilberten Tieren fiel auf, dass Vorderläufe und Blumenoberseite meist aus dem Rahmen fielen und wesentlich weniger Silberung zeigten. Durchsetzte Ohrränder waren ebenfalls häufiger zu sehen.

 

Zwei 97er fanden sich in den Reihen, welche alsdann zu den Siegertieren gekürt wurden. Lokalmatadorin Karin Luger stellte hierbei die Siegerhäsin, Michael Reitmayer ( Kirchdorf) den Sieger-Rammler seiner Rasse. Karin Luger stellte auch die beiden besten Kollektion zur Schau und errang hierfür mit 386,0 Punkten den IG-Rassemeistertitel, sowie den 1. IG Vizemeistertitel

mit 385,0 Punkten. Damit errang sie mit 771,0 Punkten auch die beste Gesamtleistung der Schau, bei der die besten 8 Tiere eines Züchters zählten. Auf Platz zwei rangierte bei dieser Wertung ihr Vereinskollege Stefan Reifetshammer ebenfalls mit zwei Kollektionen schwarzer Tiere und 767,5 Punkte.

Zweite IG-Vizemeisterin mit 384,5 Punkten bei den Meiner Widder schwarz wurde Susanne Zwonar aus Bielefeld (W221 Stukenbrock). Leider wurden nur 2 Kollektionen des blauen Farbenschlags ausgestellt. Hier bemängelten die Preisrichter vor allem die etwas eckigen Körperformen. Es gab leider ein NB in der Kollektion von Hannes Schilcher ( Ebbs). Glaudia Gerst ( Obersontheim) errang mit ihren Tieren 380,5 Punkte und konnte sich über einen IG-Vizemeistertitel freuen. (Auf Grund der geringen Tierzahlen zusammengelegt aus den Farbenschlägen blau, gelb und graubraun.) Die havannafarbigen Meissner brachten es immerhin auf 4 Kollektionen von vier Züchtern. Hier lagen Detlef Donath ( D29 Berlin) und Yvonne Ostroga mit ihren Kollektionen punktgleich (382,0), auf Grund der besseren Körperformen ging der Titel IG-Rassemeister hier dann an Yvonne Ostroga ( W147 Hörstmar). Frank Volkmann ( ebenfalls W147) stellte die Siegerhäsin mit 96,0 Punkten. Bei diesem Farbenschlag ist insgesamt noch einige Arbeit in die Gleichmäßigkeit der Silberung zu stecken, zudem sind Behang und Tragweise dessen noch zu verbessern. Auch hier waren einige der gezeigten Tiere noch eckig in den Hinterpartien. Der gelbe Farbenschlag wurde von 3 Züchtern mit 4 Kollektionen präsentiert, davon 3 mal als Jungtier-Kollektionen. Hier streute die Silberung ebenfalls noch stark. Positiv fiel auf, dass grauer Anflug und die dunkle Begrannung zurückgegangen sind. 3 Kollektionen graubraune Meissner Widder stellten Frank Volkmann und Björn Wisthaler aus. Das beste Tier, eine Häsin von Frank Volkmann, brachte es hier auf 96,5 Punkte (zusammengelegt aus den Alttierkollektionen der Farbenschläge blau, gelb und graubraun ).Allerdings hagelte es bei den graubraunen 3 nb, einmal wegen gänzlich fehlender Silberung und des weiteren wegen Abzeichen an den Vorderläufen, sodass keine der beiden Alttier- Kollektionen zum Ziel kam. Insgesamt war dieser Farbenschlag damit der unausgeglichenste: und die Bewertungen hatte hier ein große Spanne. Ebenso wurde der IG-Rassemeister für die Farbenschläge blau, gelb und graubraun zusammen vergeben, hier errang Detlef Donath mit 383,5 Punkten den Titel auf seine Kollektion der Meiner Widder gelb. Er kam zudem mit 765,5 Punkten auf den dritten Platz bei der Gesamtwertung eines Züchters über die besten 8 Tiere.Bei den schwarzen Jungtierkollektionen wurde Michael Reithmayer mit 57 Punkten Jungtiermeister. Von Stefan Reifetshammer ( E22) stammte die beste Jungtierhäsin (Prdikat HV). Jungtiermeister bei den zusammengelegten Farbenschlägen gelb und graubraun wurde Björn Wisthaler mit seinen graubraunen Meissnern und 42 Punkten. In dieser Kollektion befand sich auch der beste Jungrammler ( Prädikat sgE). Insgesamt bleibt zu betonen, dass die Züchter der Farbenschläge blau, havanna, gelb und graubraun noch dringend weitere Züchter benötigen, um die Farbenschläge nicht nur zu erhalten, sondern auch voran bringen zu kennen. Bleibt zu hoffen, dass bei einigen der den zahlreichen Besuchern der Schau der Funke für die Meißner Widder übersprang und diese mit der Zucht dieser seltenen Rasse beginnen möchten! Einige Tiere wurde unter den Züchtern ausgetauscht und das ein oder andere auch von neuen Züchtern erworben.

Am Sonntag waren zur Siegerehrung wieder zahlreiche Ehrengäste anwesend. Das Engagement , eine Schau nur für seltene und alte österreichische Haustierrassen auszurichten, fand unter ihnen großes Lob. Jeder Aussteller erhielt einen aus Gips gegossenen Meißner Widder zur Erinnerung, sowie eine Erinnerungsmedaille. Ganz besondere Ehrenpreise erhielten diesmal die Rassemeister: je einen überlebensgrossen aus Holz geschnitzten Meißner Widder, die Franz Luger in Eigenarbeit angefertigt hatte. Auch Ehrenfried Strasen, der mit 758km die weiteste Anreise auf sich genommen hat, erhielt ein solches Exemplar. Karin Luger spendete ihren an die Ausrichter der nächsten IG Schau. Diese findet, wie auf dem Züchterabend abgestimmt wurde, vom 03.-05.10.2014 in Lemgo Hörstmar statt und wird vom Verein W147 Hörstmar e.V. in Verbindung mit der Lokalschau des Vereins durchgeführt. Wir hoffen hier wieder auf eine zahlreichere Beteiligung und dürfen dort neben den altbewährten hoffentlich auch ein paar neue engagierten Züchtern unter den Ausstellern begrüssen! Yvonne Ostroga

 

Der Rassekleiniterzuchtverein St. Florian/Inn bedankt sich bei Yvonne Ostroga für den wunderbaren Schaubericht